
- Nach Dschungelcamp-Auftritt von Gil Ofarim: Hotelmitarbeiter spricht mit der Presse
- Video-Aussagen und immer wieder Andeutungen: So geht es dem Hotelmitarbeiter damit
- Opferinszenierung von Gil Ofarim: Hotelangestellter stellt Verschwiegenheitserklärung richtig
Es ist vier Jahre her, als Gil Ofarim mit einem vermeintlichen antisemitischen Vorfall in einem Leipziger Hotel für Aufmerksamkeit sorgte. Im Dschungelcamp wollten dennoch alle wissen, wie es dazu kam und ob er für sein Verhalten Reue zeige. Doch während sich der amtierende Dschungelkönig meist in Schweigen hüllte, weckten seine nebulösen Andeutungen und schließlich eine Video-Aussage erneut Zweifel. Während das Leipziger Hotel nach Gils Dschungelcamp-Auftritt wieder mit negativen Bewertungen im Netz zu kämpfen hat, meldet sich nun der Hauptgeschädigte.
Leipziger Hotelmitarbeiter prangert Opferinszenierung von Gil Ofarim an
In einem Interview der "Zeit" sprach der ehemalige Hotelmitarbeiter über Oferims Auftritt in der Sendung "Ich bin ein Star, holt mich hier raus!". Darin heißt es: "Er inszeniert sich wie ein Opfer, obwohl ich das bin, und das ist schwer für mich."
Wie kam es überhaupt zu dem Davidstern-Skandal in Leipzig?
Der Musiker hatte 2021 Schlagzeilen gemacht, als er sich bei Instagram als Opfer antisemitischer Äußerungen eines Hotelmitarbeiters darstellte. Später stellten sich diese Vorwürfe als falsch heraus - Ofarim nahm seine Darstellung in einem Verleumdungs-Prozess gegen ihn zurück. Das Verfahren wurde eingestellt. Mitarbeiter des Hotels hatte sich laut der "Zeit" nie in einem Interview dazu geäußert - bis jetzt.
Hotelmitarbeiter fassungslos über Gils Video-Aussage im Dschungelcamp
Ofarim legte in einer Ausgabe des RTL-Dschungelcamps nahe, mit den Kameraaufnahmen aus dem Hotel, die einer der Gründe für die Entlastung des Hotelmitarbeiters vor Gericht waren, habe womöglich etwas nicht gestimmt. Dieser sagte der "Zeit" dazu: "Es macht mich fassungslos. Weder das Gericht noch der Videogutachter haben die Glaubwürdigkeit der Aufnahmen in Zweifel gezogen - ebenso wenig wie die Aussagen der Zeugen."
Hotelmitarbeiter musste nach Ofarim-Anschuldigungen in Sicherheit gebracht werden
Er sei nach den Vorwürfen damals zur Polizei gegangen und habe Anzeige gegen Ofarim wegen Verleumdung erstattet. "Meine Social-Media-Konten liefen über, ich wurde bombardiert in einem Ausmaß, das man sich nicht vorstellen kann. Über meine dienstliche E-Mail-Adresse lief eine Morddrohung ein", berichtete der Hotelangestellte. "Mein damaliger Chef rief am Abend an, um mir anzubieten, mich für einige Tage an einen sicheren Ort zu bringen. 15 Minuten später holte mich eine Limousine ab. Es war wie in einem Film."
"Beweisen Sie mal, dass etwas nicht stimmt"
Während der Hotelmitarbeiter um sein Leben bangte, gab Gil Ofarim weiter Interviews und wurde nicht müde, den Vorfall öffentlich zu thematisieren. Der geschädigte Hotelmitarbeiter erklärte gegenüber der "Zeit", dass er hingegen nur wenige Möglichkeiten hatte, über die Geschehnisse zu sprechen: "Beweisen Sie mal, dass etwas nicht stimmt. Dass Sie kein Antisemit sind. Wie macht man so etwas? Mir haben in der damaligen Zeit Juristen gesagt, ich müsste mich darauf einstellen, dass mein gesamtes bisheriges Leben durchleuchtet würde. Und dass ich mir sehr gut überlegen müsse, wo ich mich öffentlich blicken lasse. Alles könne gegen mich verwendet werden."
War Gil Ofarim im Dschungelcamp zur Verschwiegenheit verpflichtet?
Er entschied sich schließlich zu schweigen. Aufgrund Gil Ofarims Dschungelcamp-Teilnahme wurden die damaligen Geschehnisse nun wieder neu aufgerollt. Von einer möglichen Verschwiegenheitserklärung, wie sie Gil stets im Dschungel propagierte, wisse der Hotelmitarbeiter nichts. Er betonte, dass es lediglich eine Unterlassungserklärung gegeben habe. "Er kann über die Vorgänge in der Lobby sprechen. Das Einzige, was er nicht wiederholen darf, ist die Unwahrheit über mich. Er hat im Zuge des Vergleichs vor Gericht eine Unterlassungserklärung abgegeben. Das bedeutet, er darf nicht mehr sagen, dass ich ihn wegen des Tragens einer Davidsternkette des Hotels verwiesen hätte. Und er darf auch keine ähnlichen Aussagen tätigen, die andeuten, dass eine antisemitische Äußerung stattgefunden habe. Das ist alles."
Der Dschungelcamp-Sieg des Sängers hat für den Hotelmitarbeiter einen üblen Nachgeschmack: "Mir geht es nicht gut damit, wie er sich jetzt inszenieren konnte. Denn es hinterlässt bei mir den Eindruck, dass die öffentliche Wahrnehmung dieses Falles wieder kippt", erklärt der Geschädigte.
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