
Als der Hamburger SV das letzte Mal gegen den FC Bayern München gewann, war der heutige HSV-Cheftrainer Merlin Polzin noch 18 Jahre jung. Sein Bayern-Kollege Vincent Kompany hatte ein Jahr zuvor die Hamburger verlassen, um bei Manchester City zum Star-Spieler aufzusteigen. Polzins Herzens-Verein war noch der Dino der Fußball-Bundesliga, der FC Bayern schon Rekordmeister mit 21 Titeln und das Spiel ein Nord-Süd-Gipfel.
Etwas mehr als 16 Jahre nach dem 1:0 der Hamburger gegen die Münchener am 26. September 2009 (Torschütze Mladen Petric) ist aus dem Nord-Süd-Gipfel ein Süd-Nord-Gefälle geworden. Die Bayern haben seit ihrer letzten Niederlage gegen den HSV 13 weitere Meister-Titel eingesammelt und sind noch immer der deutsche Fußball-Souverän.
Welten zwischen dem HSV und dem FC Bayern
Der HSV hat hingegen sieben Jahre Zweitklassigkeit hinter sich, im vergangenen Jahr die Bundesliga-Rückkehr gefeiert und steckt nach fünf Spielen ohne Sieg tief im Abstiegskampf.
Vor der Neuauflage des einstigen Klassikers am Samstag (18.30 Uhr/Sky) im Volksparkstadion liegen mehrere Klassen zwischen den Vereinen, was sich auch schon beim 0:5 der Hamburger in der Hinrunde in München zeigte.
Zwar haben die Bayern vor einer Woche mit dem unerwarteten 1:2 gegen den FC Augsburg ihre erste Saison-Niederlage in der Bundesliga kassiert. Dass sie das nicht beeindruckt, unterstrichen sie beim 2:1 am Mittwoch in der Champions League in Eindhoven.
Turbulenter HSV-Jahresauftakt
Ganz anders ist die Situation im Norden: Der HSV hat einen turbulenten Jahresbeginn erlebt. Erst die überraschende Trennung von Sportvorstand Stefan Kuntz wegen angeblichen Fehlverhaltens - was der 63-Jährige abstreitet. Nun die Suspendierung von Jean-Luc Dompé wegen einer Alkoholfahrt mit dem Auto.
"Das Thema an sich nehmen wir sehr, sehr ernst. Sonst hätten wir auch nicht diese Entscheidung so als HSV betroffen", sagte Trainer Polzin. Keiner sei größer als der Verein. "Der Verein steht immer an erster Stelle", betonte er.
HSV-Lazarett im Sturm
Dompé hat seiner Mannschaften einen schlechten Dienst erwiesen. Der 30 Jahre alte Franzose kann mit seinen Dribblings den Unterschied ausmachen. Doch nach den verletzten Fabio Baldé, Damion Downs, Yussuf Poulsen und Alexander Rössing-Lelesiit ist er der fünfte Spieler, der der ohnehin harmlosen Offensive fehlt. Zudem ist der Einsatz von Mittelstürmer Robert Glatzel nach einer Erkrankung noch fraglich.
HSV-Trainer Polzin will aber nicht klagen. "Es geht nicht darum, wer vielleicht alles fehlt oder wer jetzt nicht zur Verfügung steht, sondern es geht einfach darum, jetzt gute Lösungen zu finden", sagte der 35-Jährige. Inwieweit sie dann zum Spiel, zum Gegner und zur Leistung passen, "das sehen wir dann am Samstagabend".
Kompanys schöne Erinnerungen an seine HSV-Zeit
Dann darf er einen ehemaligen Spieler begrüßen, dem er als jugendlicher Fan zujubelte. Bayern-Trainer Kompany kehrt mit großer Vorfreude und vielen schönen Erinnerungen in den Volkspark zurück. "Es war eine geile Zeit", sagte der 39 Jahre alte Belgier zu seinen Jahren als Fußball-Profi des HSV von 2006 bis 2008.
Ein Geschenk in Form von Punkten will Kompany an seinen Ex-Club jedoch am Ende des mit sieben Pflichtspielen in drei Wochen extrem kraftraubenden Januars nicht verteilen. "Ich will jetzt mit Bayern München meine geilste Zeit erleben", sagte Kompany.
"Besondere Geschichte für mich"
"Der HSV bleibt eine besondere Geschichte für mich, aber auch Hamburg als Stadt. Jeder, der dort gewohnt hat, spürt, was das für eine besondere Stadt ist", sagte Kompany und erinnerte an seine Zeit als Jungprofi in der Hansestadt.
Der HSV befinde sich als Aufsteiger "im Wiederaufbau", aber "mit dem Potenzial für einen Riesenverein", sagte Kompany. Normalerweise müsste dieser Verein "ganz oben dabei sein in Deutschland".
Gerade im eigenen Stadion sei der HSV stark. "Ich erwarte eine Mannschaft, die kämpft um die Punkte, die weiß, dass es eine wichtige Saisonphase ist und zu Hause den Glauben hat, dass das passieren kann. Aber wir haben viel Bock auf dieses Spiel."
Letzter HSV-Einsatz 2008 gegen Bayern
Sein letztes Spiel im HSV-Trikot bestritt Kompany übrigens am 15. August 2008 in München gegen den FC Bayern. Es endete 2:2. Nun kehrt der Belgier erstmals wieder zu einem Bundesliga-Pflichtspiel nach Hamburg zurück. Einen Sieg des HSV gegen die Bayern hat Kompany nie erlebt.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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