
- Helikopter-Eltern belasten mit ihrem Verhalten sich und das Kind
- Ursachen sind häufig eigene Erfahrungen in der Vergangenheit
- Für beide Parteien ist es von Vorteil, die Helikopter-Muster loszuwerden
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Die Verantwortung für ein eigenes Kind kann stark belasten: Insbesondere beim ersten Kind neigen viele Eltern dazu, ganz besonders auf ihren Sprössling zu achten. Solche Eltern werden umgangssprachlich gerne als "Helikopter-Eltern" bezeichnet, weil sie wie ein Helikopter ständig über ihrem Kind kreisen, um es zu behüten und zu überwachen. Oft bleiben die Unsicherheiten bis ins Teenageralter. Damit belasten Eltern nicht nur sich selbst, sondern auch ihr Kind. Woher die Unsicherheit stammt und wie man sie loswird.
Wie drückt sich die Angst von Helikopter-Eltern aus?
Zunächst einmal: Wie drückt sich eine ängstliche Erziehung in der Praxis aus? Joanna Hardis, eine Spezialistin für Angst- und Zwangsstörungen, erklärt gegenüber "The Good Men Project", dass ängstliche Eltern oftmals dazu tendieren, übermäßig stark in das Leben ihrer Kinder einzugreifen. Konkret bedeutet das, dass sie ihren Kindern in Entscheidungen reinreden, dauerhaft über sie wachen und in Konflikte eingreifen. Sie glauben, dass sie ihnen damit einen Gefallen tun, indem sie das Kind schützen - und nebenbei auch die eigenen Ängste reduzieren. Doch der Haken daran ist, dass das ständige Eingreifen verhindert, dass die Kinder eigene Bewältigungsstrategien entwickeln und lernen, die Welt zu navigieren.
Diese Ursachen kann eine Helikopter-Erziehung haben
"Viele Eltern, die mit ängstlicher Erziehung zu kämpfen haben, befürchten, weniger zu tun, bedeute, ihre Kinder im Stich zu lassen oder ihrer Verantwortung nicht gerecht zu werden", so Hardis. Diese Angst stammt häufig aus eigenen Erfahrungen der Eltern. Dr. Sofie Rousseau und Dr. Miri Scharf der israelischen Universität von Haifa erklären gegenüber "Psychology Today" die drei Faktoren, die dabei die größte Rolle spielen:
- Helikopter-Eltern haben oft einen Präventions-Fokus - das bedeutet, dass sie eigene Vorstellungen davon haben, wie Ziele zu erreichen sind. Sie wollen diese Vorstellungen auf ihre Kinder übertragen, damit diese Enttäuschungen und Fehler, die die Eltern selbst erlebt haben, vermeiden können.
- Andere Eltern haben einen Förderungs-Fokus. Menschen mit diesem Fokus legen besonderen Wert auf Erfolge und Entwicklung. Dabei erachten sie Fehler als notwendig, um aus diesen zu lernen. Geht etwas schief, wollen sie allerdings zur Stelle sein, um das Problem selbst zu lösen.
- Manche Helikopter-Eltern bereuen wiederum Entscheidungen, die sie in ihrem eigenen Leben getroffen haben. Das trifft vor allem auf Mütter zu: Denken Mütter, sie hätten ein besseres Leben, wenn sie andere Entscheidungen getroffen hätten, tendieren sie dazu, Helikopter-Eltern zu werden. Bei Vätern tritt hingegen ein gegenteiliger Effekt ein, durch den sie weniger zu Helikopter-Erziehung tendieren, wenn sie Entscheidungen bereuen.
Wie können Helikopter-Eltern ihr Verhalten ablegen?
In der Praxis erachtet es Hardis jedoch als wenig hilfreich, in ein schwarz-weißes Denken zu verfallen. Weder extreme Helikopter-Erziehung noch völlige Achtlosigkeit gegenüber dem Kind sind ideal - es gilt daher, einen Mittelweg zu finden. Eine zentrale Herausforderung liegt für viele ängstliche Eltern darin, zwischen den eigenen Emotionen in einer Situation und der tatsächlichen Realität der Situation zu unterscheiden.
Dabei ist es dienlich, sich die Frage zu stellen: Reagiere ich gerade auf meine eigene emotionale Überforderung durch die Situation oder antworte ich mit meinem Handeln auf das, was mein Kind gerade wirklich braucht? Wer sich damit schwer tut, dem rät Hardis, die Intentionen des eigenen Handelns immer in Ruhe abzuwägen, statt auf "Autopilot" umzuschalten. Nur, weil man sich selbst unwohl mit einer Situation fühlt, heißt das nicht, dass das Kind kleinere Risiken und Herausforderungen nicht trotzdem selbst navigieren dürfen sollte.
Dazu gehört auch, über längere Zeit die Toleranz gegenüber Situationen, die Stress oder Angst aufbauen, zu erhöhen. Dabei kann es bereits helfen, nicht ständig nach dem Smartphone zu greifen, um dem Kind Nachrichten zu schreiben oder zu schauen, ob es sich gemeldet hat. Versuchen Sie, beispielsweise Ihr Gerät einfach für ein paar Minuten in einem anderen Raum zu lassen. Nach und nach können Sie die Toleranz mit solchen kleinen Übungen weiter erhöhen. Auch eine Pause einzulegen, bevor man dem Kind versucht, zu helfen, kann dabei hilfreich sein.
Warum es gut ist, wenn Eltern die Helikopter-Erziehung ablegen
Baut sich langsam eine gewisse Toleranz gegenüber stressigen Situationen auf, wird es möglich, sich langsam von einer Helikopter-Erziehung zu entfernen. Das hat mehrere Vorteile:
- Eltern, können ihrem Kind besser zuzuhören
- Sie müssen sich nicht mehr endlos den Kopf zu zerbrechen
- Das Kind darf eigene Erfahrungen machen ohne Intervention der Eltern
- Die schlechte Laune des Kindes wird nicht mehr immer als eigener Fehler überinterpretiert
Aber am wichtigsten: Schwierige Situationen werden nicht mehr durch das eigene Handeln noch schlimmer gemacht. Aus Herzschmerz, Enttäuschungen und anderen negativen Erfahrungen werden keine kompletten Katastrophen mehr gemacht - die Situationen können so gesehen werden, wie sie sind. Das ist gleichzeitig ein Gewinn für die Eltern, die Stress nun in allen Lebenslagen besser aushalten können und auch ein Gewinn für das Kind, welches nun eigene Erfahrungen machen und daraus lernen darf.
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