Kriminalität: Prien: Nicht alle Männer in einen Topf werfen
26.03.2026
Kriminalität: Prien: Nicht alle Männer in einen Topf werfen

Angesichts der aktuellen Debatte um Gewalt gegen Frauen warnt Bundesfrauenministerin Karin Prien vor der Pauschalisierung aller Männer. "Ich möchte wirklich davor warnen zu sagen: Alle Männer sind so", sagte die CDU-Politikerin im Interview der "Zeit". "Denn es ist erstens falsch, und zweitens halte ich das für extrem kontraproduktiv."

Man müsse zwar benennen, welche Strukturen zu solchen Missständen führten. "Trotzdem muss man sich dringend davor hüten, alle Männer in einen Topf zu werfen", so Prien. Feminismus habe Nebenwirkungen. "Es entsteht der Eindruck, Männer würden nur noch wie defizitäre Frauen behandelt, die ohne Widerrede das volle feministische Programm vertreten sollen." Es sei an der Zeit, zu fragen, wie es eigentlich den Männern gehe, welche Vorbilder Jungen hätten und wie man Sorge dafür tragen könne, dass sie sich in der Gleichstellungsdebatte gesehen und auch gerecht behandelt fühlten.

Prien zu Pelicot-Satz: Scham noch zwischen den Seiten

Mit Blick auf die aktuelle Debatte um besseren Schutz von Frauen sagte Prien, Gesetzgebung allein werde nicht reichen. Gewalt beginne in den Köpfen und auch Herzen. "Wer keine Empathie empfindet gegenüber Frauen, wer glaubt, sich über sie erheben zu können, den werden auch Gesetze nicht ändern."

Angesprochen auf den derzeit viel zitierten berühmten Satz des französischen Missbrauchsopfers Gisèle Pelicot "Die Scham muss die Seiten wechseln", stellte Prin fest: "Die Scham ist noch zwischen den Seiten unterwegs und sicher noch nicht bei allen angekommen."

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++

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